MD Dj

Sak Noel (bürgerlicher Name — Isaac Mahmood Noell; geboren am 12. April 1983 in La Cellera de Ter, Provinz Girona, Katalonien) ist ein spanischer DJ, Musikproduzent, Songwriter und Musikvideo-Regisseur. Internationale Bekanntheit erlangte er 2011 mit der Single «Loca People (What the F**k!)», die in mehreren europäischen Ländern, darunter Großbritannien, die Charts anführte.
Im Laufe seiner Karriere arbeitete Sak Noel mit House, Electro House, elektronischer Clubmusik, lateinamerikanischen Rhythmen, Trap und Reggaeton-Elementen. Zu seinen bekanntesten Aufnahmen gehören «Loca People», «Paso (The Nini Anthem)», «No Boyfriend», «Trumpets» mit Salvi und Sean Paul sowie «Que Rica (Tócame)» mit Pitbull und Salvi.
Frühe Jahre
Isaac Mahmood Noell wuchs in Katalonien auf und interessierte sich bereits als Jugendlicher für elektronische Musik. Seine ersten professionellen Schritte waren nicht nur mit der Produktion eigener Tracks verbunden, sondern auch mit der Clubszene — mit der Organisation von Partys und der Arbeit innerhalb der lokalen elektronischen Musikszene.
2003 gründete er Moguda — ein Musik- und Unterhaltungsprojekt, das sich mit Clubveranstaltungen und Produktion beschäftigte. Mit der Zeit entstanden rund um Moguda ein eigenes Label und ein Festivalbereich. 2010 fand im katalanischen Sils das Moguda Dance Festival statt.
Loca People
Der internationale Durchbruch von Sak Noel erfolgte 2011 mit der Veröffentlichung von «Loca People», das auch unter den Titeln «Loca People (What the F**k!)» und «Loca People (La Gente Está Muy Loca)» bekannt ist.
Die Aufnahme basiert auf einem harten Clubrhythmus und einer kurzen gesprochenen Gesangsphrase. Die weibliche Stimme stammt von Esthera Sarita. Sak Noel schrieb und produzierte den Track und führte beim Musikvideo selbst Regie.
Der Song erreichte Platz eins der nationalen Charts in mehreren europäischen Ländern, darunter Spanien, Österreich, Belgien, Dänemark und Polen. Im Herbst 2011 stieg «Loca People» auf Platz eins der britischen UK Singles Chart und hielt sich dort eine Woche lang.
Für einen spanischen Elektronikmusiker war dies ein seltenes internationales Ergebnis: Vor Sak Noel hatten nur wenige Künstler aus Spanien die Spitzenposition der wichtigsten britischen Singlecharts erreicht.
Crazy People und Latin Grammy
Nach dem Erfolg von «Loca People» erschien die damit verbundene Version «Crazy People», aufgenommen mit den Rappern Sensato und Pitbull.
2012 wurde «Crazy People» für einen Latin Grammy in der Kategorie Best Urban Song nominiert. Diese Nominierung gehört bis heute zu den bedeutendsten professionellen Auszeichnungen in Sak Noels Karriere.
Paso und der weitere Karriereverlauf
Die nächste größere Soloarbeit war «Paso (The Nini Anthem)», das 2011 aufgenommen und Ende 2011 beziehungsweise Anfang 2012 international veröffentlicht wurde.
Der Track setzte die Richtung von «Loca People» fort: minimalistischer Clubbeat, wiederholter Gesangsrefrain und eine bewusst provokante Präsentation. Den kommerziellen Erfolg des ersten großen Hits konnte die Veröffentlichung jedoch nicht wiederholen.
In den folgenden Jahren konzentrierte sich Sak Noel stärker auf einzelne Singles als auf vollständige Alben. Zu den Aufnahmen aus der ersten Hälfte der 2010er-Jahre gehören «I Am the Law» und «No Boyfriend», das gemeinsam mit der kubanisch-amerikanischen Sängerin Mayra Veronica entstand.
Trumpets mit Sean Paul
Eine der bekanntesten späteren Arbeiten von Sak Noel war die Single «Trumpets», aufgenommen mit dem spanischen Produzenten Salvi und dem jamaikanischen Künstler Sean Paul.
Der Song erschien 2016 bei Barnaton Records und wurde später mit Beteiligung des Labels Mad Decent international verbreitet. In «Trumpets» verbindet sich eine elektronische Clubgrundlage mit Dancehall und Sean Pauls karibisch geprägtem Gesangsstil.
Die Zusammenarbeit zwischen Sak Noel und Salvi wurde auch nach dieser Veröffentlichung fortgesetzt.
Barnaton
Mitte der 2010er-Jahre begann Sak Noel, sein eigenes Label Barnaton aufzubauen. Der Name setzt sich aus den Wörtern Barcelona und reggaeton zusammen.
Das Projekt konzentrierte sich auf die Verbindung elektronischer Clubmusik mit lateinamerikanischen Genres sowie auf die Unterstützung junger Produzenten. Über Barnaton erschienen sowohl Sak Noels eigene Arbeiten als auch Veröffentlichungen anderer Künstler.
Diese Richtung wurde später zu einem der wichtigsten Bestandteile seines Schaffens: Der Produzent verband House und EDM zunehmend mit Reggaeton, lateinamerikanischer Percussion, Dancehall und Trap.
Zusammenarbeit mit Pitbull
2020 veröffentlichten Pitbull, Sak Noel und Salvi gemeinsam die Single «Que Rica (Tócame)». Der Song entwickelte den zuvor von Sak Noel und Salvi aufgenommenen Track «Tócame» weiter.
Für den Song wurde ein offizielles Musikvideo produziert. Die Veröffentlichung setzte Sak Noels spätere Verbindung von englisch- und spanischsprachiger Clubmusik fort.
Weitere Aufnahmen
Zur Diskografie von Sak Noel gehören außerdem gemeinsame und Solo-Tracks wie «Demasiado Loca», «Diggy Dee», «Trueno», «Tambor» und weitere Veröffentlichungen.
Sein Katalog besteht dabei vor allem aus Singles, Remixen und Club-Releases. Anders als viele Popkünstler baute Sak Noel seine Karriere nicht auf der regelmäßigen Veröffentlichung nummerierter Studioalben auf.
Arbeit mit Musikvideos
Sak Noel legte von Beginn seiner Karriere an Wert auf die visuelle Seite seiner Veröffentlichungen. Er führte beim Musikvideo zu «Loca People» Regie und arbeitete an Videoprojekten, die mit seiner eigenen Musik verbunden waren.
Deshalb wird in professionellen Biografien des Musikers neben DJing, Songwriting und Produktion auch die Regie von Musikvideos genannt.
Musikstil
Sak Noels frühes Schaffen ist hauptsächlich dem House, Electro House und der europäischen Clubmusik der frühen 2010er-Jahre zuzuordnen. «Loca People» und «Paso» basierten auf harten elektronischen Rhythmen, kurzen wiederholten Gesangsphrasen und einer Struktur, die vor allem für die Tanzfläche konzipiert war.
Später wurde der Einfluss lateinamerikanischer Musikrichtungen deutlicher. Reggaeton, Dancehall, Trap, lateinamerikanische Percussion und spanischsprachige Gesangsparts tauchten immer häufiger in seinen Aufnahmen auf.
Gerade die Verbindung elektronischer Tanzmusik mit lateinamerikanischer Clubkultur wurde nach Mitte der 2010er-Jahre zur wichtigsten Richtung seiner Arbeit.
Wichtigste Songs
- «Loca People (What the F**k!)» — 2011;
- «Paso (The Nini Anthem)» — 2011/2012;
- «Crazy People» — mit Sensato und Pitbull;
- «No Boyfriend» — mit Mayra Veronica;
- «Trumpets» — Sak Noel & Salvi feat. Sean Paul, 2016;
- «Demasiado Loca» — 2019;
- «Tócame» — mit Salvi und Franklin Dam, 2020;
- «Que Rica (Tócame)» — Pitbull, Sak Noel & Salvi, 2020;
- «Diggy Dee» — mit Charly Black;
- «Trueno»;
- «Tambor».
Auszeichnungen und Erfolge
- 2011 — «Loca People» erreichte Platz eins der UK Singles Chart;
- der Song führte außerdem die Charts mehrerer Länder auf dem europäischen Festland an;
- 2012 — Latin-Grammy-Nominierung in der Kategorie Best Urban Song für «Crazy People».
In den 2020er-Jahren veröffentlichte Sak Noel weiterhin Club-Singles und entwickelte Barnaton weiter. 2022 erschien «Trueno», 2023 folgten «Tambor» und die gemeinsame Aufnahme «Bilionera» mit Otilia. 2025 veröffentlichte der Musiker «BTTR», «Matrix», «Ayun» und «Del» mit TM Bax. 2026 folgten «Euphoria» sowie eine aktualisierte Version von «Tocame 2026», aufgenommen mit Salvi, Franklin Dam und weiteren Beteiligten. Sak Noel arbeitet damit weiterhin als aktiver Clubproduzent und nicht lediglich als Urheber eines Hits aus den frühen 2010er-Jahren.
Sak Noels größter internationaler Erfolg bleibt «Loca People», doch seine weitere Karriere beschränkte sich nicht auf einen einzigen Hit. Durch eigene Veröffentlichungen, die Zusammenarbeit mit Sean Paul, Pitbull, Salvi und weiteren Künstlern sowie den Ausbau von Barnaton entwickelte er sich schrittweise vom europäischen Electro House der frühen 2010er-Jahre hin zu einer Verbindung elektronischer Musik mit moderner lateinamerikanischer Clubmusik.


